Bad Hindelanger Persönlichkeiten
Konrad Berktold
Postangestellter und Heimatkundler, geb. am 26.07.1901 in Bad Oberdorf, verst. 14.11.1974
Neben seiner Tätigkeit bei der Post war Konrad Berktold 50 Jahre als Heimatforscher tätig.
Er war zudem 25 Jahre lang Mitglied des Heimatdienstes Hindelang, deren 2. Vorsitzender er war und
hier verantwortlich für das Archiv. Ab 1960 übernahm Berktold die Pflege des Archivs der
Marktgemeinde Hindelang und wurde 3. Archivpfleger des Landkreis Sonthofen. Berktold schrieb eine
große Anzahl heimatkundlicher Berichte für Tageszeitungen. Von 1935 bis 1955 leitete er die
Ortsgruppe Hindelang des Deutschen Alpenvereins. Für seine heimatpflegerische Arbeit wurde Konrad
Berktold 1972 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Maria Blanz
Maria Blanz, Kunstmalerin, geb. 18.01.1912 als Tochter des Kronenwirt in Hindelang, verst. 1995 in
Bad Hindelang.
Maria Blanz war ihre Berufung vom Elternhaus keineswegs vorgezeichnet. Kennt
man aber ihre Familie genauer, so lässt sich deren Ahnenreihe bis zu der in der Zeit Goethes
lebenden Malerin Angelika Kaufmann zurückverfolgen. 1943 bis 1946 studierte sie in München an der
Kunstakademie. Ihr Lehrer waren für Malerei Professor Tewtsch und die Professorin Jaskola, die in
der Textilklasse lehrte. In Maria Blanz‘ ureigener „Handschrift“ entstanden Landschaften,
Portraits, Blumen, Tierbilder und Stilleben in Öl und Aquarell. Ihre Vorliebe für strenge Forman
führte sie zudem zum Holzschnitt und zur Pinselzeichnung. Darüberhinaus webte sie Wand-Teppiche
nach eigenen Entwürfen. Typisch für sie sind die kräftigen und genau aufeinander abgestimmten
Farben.
Leo Dorn
Oberjäger und „Adlerkönig“, geb. 16.01.1836 in Oberstdorf, verst. 15.12.1912 in
Hindelang
Der 15-Jährige wagte sich als einer der ersten im Oytal daran, aus dem Horst in
steiler Felswand die Adlerbrut zu holen. Prinzregent Luitpold von Bayern engagierte ihn später als
Oberjäger seiner Jagd in Hinterstein. Als Leo Dorn am 10.11.1890 seinen fünfzigsten (!) Adler
erlegte, ernannte ihn der Prinz per Urkunde zum „Adlerkönig“. Dorn bekämpfte nicht nur den Adler
als Feind seiner Schützlinge, sondern auch die Wilderer, die er bis nach Tirol verfolgte. Seinen
letzten, den 77. Adler, schoss Dorn nach eigenen Angaben 1912 südlich von Hindelang auf einem
Misthaufen. Als Nebenerwerb veräußerte Dorn die begehrten Adlerfedern als Hutschmuck.

Konrad und Franz Eberhard
Eberhard (25.11. 1768 – 12.3.1859), Franz (29.11.1767 – 18.12.1836), Bildhauer und Maler, besonders
bei der Ausgestaltung von Kirchen.
Die Brüder sind Söhne einer Handwerkerfamilie, in der
bereits Vater und Großvater Künstler waren. Wie ihre Vorfahren fertigten Konrad und Franz Eberhard
Kruzifixe, Heilige und andere Altarfiguren. Konrad Eberhard ging nach München, wo er in der
Werkstatt des Bildhauers Roman Anton Boos arbeitete, bevor er 1806 nach Rom ging, um dort sein
Können zu erweitern. Seine klassizistischen Arbeiten – vor allem im Schloss Nymphenburg –
verschafften ihm 1816 eine Professur an der Münchner Akademie. Seine Hauptwerke sind die beiden
Grabdenkmäler der Bischöfe J. M. Sailer und G. M. Wittmann im Regensburger Dom. Sein Bruder Franz
arbeitete Eberhard zu, schuf aber auch eigene Arbeiten. Die Gemeinde Bad Hindelang hat unter dem
Titel „Die Rückkehr der Sanktitas“ rund 50 original Ideenzeichnungen, Kupferstiche und kostbare
Autographen aus dem Nachlass des Sammlers Prof. Josef A. Endres erworben, die zeitweilig im Rathaus
Bad Hindelang ausgestellt werden.

Maria Antonie (Toni) Gaßner-Wechs
Mundartdichterin, geb. 11.02.1900 in Bad Oberdorf als Tochter des Zimmermeisters Fridolin Wechs,
verst. 1.3.1956 in Bad Oberdorf.
Ihre Kinder- und Jugendjahre verliefen ohne große
Ereignisse. Jedoch prägten sich ihr bereits in ihrer Jugend die Menschen mit ihren besonderen
Eigenarten tief ein. 1923 heiratete sie Josef Gaßner, einen Beamten der Reichsbahn. Beide
Ehepartner liebten den Ostrachtaler Dialekt, den Toni mit ihrem Vater sprach. Von ihm stammen viele
Anekdoten, die das Ehepaar aufschrieb. Gedichte und Lieder von Gaßner-Wechs wurden von Karl Hafner,
dem Hauptlehrer von Hindelang, vertont. Im März 1936 fand die Uraufführung des ersten Theaterstücks
„Gstärgrindeg“ statt. Der Erfolg der Theaterstücke von Toni Gaßner-Wechs, zusammen mit ihrem Mann
geschrieben, beruhen darauf, dass es ihr gelang, die Mentalität ihrer Landsleute lebensecht
darzustellen. Mit der „Hindelanger Mundartmesse“ hielten ihre Texte zudem Einzug in das
Kirchenjahr. 1953 erschien der kleine Band „Allgäuer Lüftle“ mit 12 Erzählungen in Mundart. 1958
folgte mit „Bändl und Blacha“ eine Auswahl ihrer Gedichte, 2008 eine Sammlung ihrer Kurzgeschichten
„Dazumal bei uns im Schnee“. Ihre Bühnenstücke sind in dem umfangreichen Band „Allgäuer
Bühnenstücke“ versammelt.

Gustl Gstettenbauer
auch: Stark-Gestettenbauer, Bühnen- und Filmschauspieler, geb. 1.3.1914 in Straubing, verst.
20.11.1996 in Hindelang.
Unter dem Namen „Filmstüberl bei Gustl“ betrieb der Schauspieler
Gustl Gstettenbauer ein Gästehaus mit Café in Hindelang. Bereits mit 13 Jahren stand er zum ersten
Mal auf der Bühne. Berühmt wurde er durch seine Rolle als Piccolo Gustel in der Operette „Im weißen
Rössl“. Besonders nach dem 2. Weltkrieg spielte er in zahlreichen Musik- und Heimatfilmen mit. 1985
erhielt er das Filmband in Gold.
Karl Hafner
Schulleiter und Chorregent, geb. am 10.05.1894 in Lauterbach bei Krumbach, verst. am 17.05. 1971 in
Hindelang.
1920 kam Karl Hafner als Volksschullehrer nach Hindelang, die er später auch
leitete. Neben seiner Lehrtätigkeit leitete er über 50 Jahre den Chor der Pfarrkirche. Befreundet
mit den Mundartdichtern Toni und Josef Gaßner-Wechs und der Lyrikerin Eugenie Scholl-Rohrmoser,
vertonte er über 300 Mundartgedichte und schenkte damit den Ostrachtalern ihr eigenes Liedgut, das
bis heute noch gesungen wird. Darunter besonders erwähnenswert die Weihnachtslieder „Kling, klong“
und „Singet Lit“, sowie die „Hindelanger Mundartmesse“. Für seine Verdienste um die Allgäuer
Volksmusik verlieh ihm die Marktgemeinde Hindelang 1960 die Ehrenbürgerrechte.
Walter Jacob
Kunstmaler, geb. 21.10. 1893 in Altenburg/Thüringen als Sohn des Dekorationsmalers Richard Jacob,
verst. 13.07.1964 in Hindelang.
1910 wurde er Schüler an der Dresdner Akademie unter Ernst
Müller-Gräfe. Erste Kollektiv-Ausstellungen 1912 und 1914 in Leipzig. Nach dem 1. Weltkrieg
studierte er an der Dresdener Akademie weiter. Jacob war Ateliernachbar von Kokoschka und Dix. Ab
1929 lebte er in München. Professor Liebermann lud ihn zu Kollektiv-Ausstellungen nach Berlin ein.
Mit seiner späteren Wahlheimat Hindelang war Walter Jacob eng verbunden. Er liebte die Ostrachtaler
und die Berge. Jacob unternahm viele Kunstreisen und Reisen zu Freunden, die ihn u.a. auch nach
Paris führten, wo 1956 seine größte Ausstellung mit über 200 Werken stattfand. Walter Jacob gilt
als ein bedeutender Vertreter der zweiten Generation des deutschen Expressionismus.
Fritz von Kamptz
Maler, geb. 16.2.1866 in Glogau, verst. 15.2. 1938 in Bad Hindelang.
Sein Vater war preußischer
Oberstleutnant und so kam Fritz mit 10 Jahren in das Kadettencorps, später besuchte er ein
humanistisches Gymnasium. 1889 studierte er bei Prof. Hugo Crola an der Düsseldorfer Kunstakademie.
Von 1896 an lebte von Kamptz in England. Wie bereits in Deutschland malte er dort viele
Aristokraten, Geistliche und Altarbilder. Seit 1927 lebte er mit seiner Frau und vier Kindern in
Berlin und machte wiederholt Urlaub in Hindelang. Hier zog er 1932 endgültig hin. Fritz von Kamptz
malte viele Allgäuer Motive und Bürger in ihrer Tracht. Sein Alpenjäger „Rubar“ hängt heute im
Sitzungssaal des Rathaus. Berühmt sind zudem seine religiösen Motive wie das Christusbild, das in
der Pestkapelle hing.

Johann Baptist Kaufmann
„Blattschniedar“, Senn und Holzschnitzer, geb. 25.2.1903 in Bad Oberdorf als Sohn eines
Fabrikwebers, verst. 1948 in Bad Hindelang.
Hans Kaufmann schnitzte Gebrauchsgegenstände
wie Bilderrahmen, Teller, Lampenschirme, Christusfiguren und Fasnachtslarven. Seine Arbeiten sind
ein beredtes Beispiel für die traditionelle einheimische Handwerkskunst auf höchstem Niveau. Vor
allem seine farbigen Blumenbroschen überraschen mit einer erstaunenswerten Natürlichkeit. Hans
Kaufmann arbeitete lange Jahre auf der Sennalpe Laufbichl. Seit Ende der 30er-Jahre lebte er auf
dem Gailenberg im Haus der Künstlerfamilie Modersohn. Louise Modersohn-Breling, die dritte Ehefrau
von Otto Modersohn und selbst Malerin, förderte sein Schaffen. 1948 verstarb Hans Kaufmann im
Hindelanger Krankenhaus.
Balthasar Landerer
Landwirt und Bürgermeister von Unterjoch, geb. 26.07.1848, verst. 6.12.1921 in
Unterjoch
Balthasar Landerer und seine Frau Johanna lebten glücklich mit 6 Söhnen und 4
Töchtern auf dem „Zehrer“, einem Bauernhof in Unterjoch. Landerer schrieb zahlreiche Gedichte, die
er unter dem Titel „Klänge vom Sorgschrofen“ veröffentlichte. Er unterrichtete die Dorfjugend im
Zeichnen, spielte Schwegelpfeife und Zither, für die er Melodien komponierte. Ein Oratorium von ihm
trägt den titel „Magnus, der Apostel des Allgäus“.Landerer baute ein Hackbrett (heute im
Heimatmuseum Immenstadt zu sehen), auf dem er 1905 u.a. Prinz Ludwig von Bayern vorspielte.
Balthasar Landerer verfasste darüberhinaus eine vorbildliche Ortschronik über Unterjoch. Für seine
24-jährigen Verdienste als Bürgermeister von Unterjoch erhielt er die Ehrenbürgerschaft.

Richard (Karl) Mahn
Maler, Grafiker und Komponist, geb. am 16.12.1866 in Leipzig, verst. 15.9.1951 in
Hindelang.
Es gibt kaum ein öffentliches Gebäude oder ein Bürgerhaus in Bad Hindelang, das
nicht über einen „Mahn“ verfügt. Er war einer der produktivsten und beliebtesten Maler der Region.
Der Gastwirtssohn machte eine Lithographenlehre in einer Notendruckerei. Ab 1888 studierte Mahn
Kunst an der Akademie in München und Stuttgart. Er arbeitete als hervorragender Grafiker und
Illustrator für viele Verlage und Zeitungen. Unter anderen illustrierte er den Band „Die Alpen“ von
Max Förderreuther und eine Ausgabe von „Robinson Crusoe“. Seine Ölbilder sind vom Expressionismus
inspiriert. Als Komponist schuf Mahn den Liederzyklus „Ein Jahr“ und schrieb Lieder wie „Das
Weihelied“. Er war Mitglied des Gebirgstrachtenvereins „D' Ostrachtaler“ und engagierte sich dort
für die Erneuerung der Hindelanger Tracht.
Martin Müller
Pfarrer und Ehrenbürger der Marktgemeinde Hindelang, geb. 15.02.1863 in Petersthal, verst. 10.02.
1949 in Hindelang
Im Jahr 1896 erhielt Martin Müller die Priesterweihe und war ab 1906
Benefiziat in Hindelang, bevor er hier ab 1917 bis 1932 als Pfarrer wirkte. An seinem silbernen
Priesterjubiläum wurden Pfarrer Müller 1921 die Ehrenbürgerrechte der Marktgemeinde verliehen.
Damit wurde seine aufopfernde Tätigkeit als Seelsorger am Ende des 1. Weltkriegs und in der
Nachkriegszeit gewürdigt. Sein großer Verdienst war zudem, dass es ihm mit Hilfe von Spendern
gelang, im 1. Weltkrieg abgelieferte Glocken wieder zu beschaffen oder durch neue zu ersetzen.
Oswald Müller
Hauptlehrer, geb. 9.12.1908 in Sonthofen, verst. am 8.02.1993 in Buxheim
Der in Sonthofen
geborene Oswald Müller wirkte seit 1933 als Lehrer, später als Oberlehrer und letztlich als
Hauptlehrer in Unterjoch, das ihm zur zweiten Heimat wurde. Der begeisterte Schulmann und Pädagoge,
der auch ehrenamtlich als Organist, als Leiter des Kirchenchors und Dirigent der Musikkappelle
tätig war, wurde, als er 1971 in den Ruhestand trat, für seine Verdienste um die Allgemeinheit zum
Ehrenbürger der damals noch selbständigen Gemeinde Unterjoch ernannt und ist, nach Eingliederung
des Ortes in die Marktgemeinde auch Ehrenbürger von Bad Hindelang. 1975 wurde ihm das
Bundesverdienstkreuz verliehen.

Charly Peklo
Charly Peklo, Kunstmaler, geb. am 23.08.1880 in Süd-Böhmen, verst. 6.11. 159 in
Immenstadt
Peklo war k.u.k Kavallerie-Offizier. Nach dem 1. Weltkrieg ist er in Bayern
geblieben und hat sich als Kunstmaler betätigt. Ab 1937 hatte er Wohnung und Atelier im zweiten
Stock des Geschäftshauses Kessler in der Marktstraße. Bekannt waren seine Landschaftsbilder, die er
nach Fotos und anderen Vorlagen malte. Eines der bekanntesten Motive war die Hornkapelle im
Retterschwanger Tal. Kurgäste waren gute Abnehmer seiner Bilder. Zeitweise hatte Peklo Kontakt zum
Hause Wittelsbach – wie zu seiner königl. Hoheit Prinz Konrad von Bayern in Hinterstein. Zusammen
mit seinen beiden Schwestern, die beide Lehrerinnen waren, ruht er auf dem Hindelanger
Friedhof.
Maximilian Pfau
Bischhöfl. Geistlicher Rat
Pfarrer und Ehrenbürger der Marktgemeinde Hindelang, geb. am
5.06.1888 in Öttingen (Ries), verst. am 17.051975 Minderoffingen (Ries)
Von 1930 bis 1933
war Pfarrer Max Pfau Pfarrer in Unterjoch, bevor er nach einer Zwischenstation als Domvikar von
1935 bis 1959 Pfarrer in Hindelang wurde. Pfau war von großem Kunstverständnis und so lag ihm die
Renovierung und der Erhalt von sakraler Kunst besonders am Herzen. Zu seinen besonderen Leistungen
zählt die Auffindung und Restaurierung des Jörg-Lederer-Altars und des Palmesels sowie die
Entdeckung der Holbein-Madonna in der damaligen St. Jodokus-Kapelle in Bad Oberdorf im Jahr 1935.
Für die Erhaltung von Kunstwerken im Ostrachtal wurde Pfarrer Maximilian Pfau 1958 anlässlich
seines 70. Geburtstags die Ehrenbürgerwürde der Marktgemeinde verliehen.
Sepp Rist
Seemann, Leistungssportler und Filmschauspieler, geb. am 24.2.1900 in Bad Hindelang, verst.
11.12.1980 in Röthenbach.
Während des 1. Weltkriegs war Rist Funker auf einem
U-Boot-Begleitboot, später Funker bei der Polizei. Neben seinem Beruf nahm er an Skispringen in
Garmisch-Partenkirchen und an Skirennen teil. Bei einem Skirennen wurde das gestandene Mannsbild
Rist für den Film entdeckt. Er spielte in zahlreichen Berg- und Heimatfilmen, zuletzt auch in der
Fernsehserie „Königlich Bayerisches Amtsgericht“ mit. Sepp Rist ist auf dem Friedhof in Bad
Hindelang begraben.
Eugenie Scholl-Rohrmoser
Mundartdichterin, geb. 1.10.1909 in Bad Oberdorf, verst. 3.09.1989 in Bad Oberdorf
Eugenie
Scholl-Rohrmoser wuchs mit 2 Schwestern und 3 Brüdern auf. Ihr Vater besaß in Bad Oberdorf ein
kleines Baugeschäft. Ihre Mutter Anna, geb. Schalber, stammte aus Pfunds in Tirol. Die Familie der
Mutter war sehr musikalisch. Da es keine Lieder in Ostrachtaler Mundart gab, verfasste Eugenie
Scholl-Rohrmoser eigene Gedichte, die der Lehrer und Chorleiter Karl Hafner vertonte. Sie schrieb
rund 100 Gedichte und auch Erzählungen. Viele Ideen zu Gedichten kamen ihr während der Arbeit im
Café Rohrmoser, die sie dann handschriftlich in eine dicke Kladde schrieb.
Ulrich Scholl
Installateurmeister, Kommunalpolitiker, Heimatforscher, geb. 19.04.1910, verst. 12.01.1988 in
Hindelang
Unter dem Firmennamen „Ulrich Scholl, Spenglerei und Installation“ führte er von
1932 bis 1970 eine Firma in Hindelang. Als engagierter Kommunalpolitiker war Scholl von 1952 bis
1966 und 1972 bis 1975 Mitglied im Hindelanger Gemeinderat. Sein großes, unschätzbares Vermächtnis
für die Gemeinde sind seine 2 Bände „Aus der Geschichte des Ostrachtals“, in der Scholl die
Geschichte des Ostrachtals aufgearbeitet, fast Vergessenes dokumentiert und so der Nachwelt
erhalten hat. Für diese hervorragende Forschungsarbeit wurde Ulrich Scholl im Mai 1987 die
Ehrenbürgerwürde verliehen. Bereits vorher hatte er zwei minutiös erarbeitete Werke, die
Hauschroniken von Hindelang und Bad Oberdorf, publiziert. Die später erschienenen Bände über die
restlichen Ortsteile Unterjoch, Oberjoch und Hinterstein hatte er vorbereitet.
Karl Schropp
Bildhauer, geb. 8.09.1909 in Ebersbach/Obergünzburg, verst. 1.08.1986 in Bad Hindelang
Seine
erste Ausbildung bekam er 13-jährig bei seinem Onkel, dem Kunstschmied Xaver Blenk, in Hindelang.
Nach dem Krieg und französischer Kriegsgefangenschaft machte er sein Hobby, das Schnitzen, zu
seinem Beruf. Nach einer entsprechenden Ausbildung bei dem Kemptener Bildhauer Karl Girlich
arbeitet Schropp als freischaffender Bildhauer in Hindelang. Es folgte ein Studienaufenthalt bei
Prof. Baur in München und der Besuch der Meisterschule in Stuttgart. Mehr als durch seine sakralen
Arbeiten ist Karl Schropp als meisterhafter Schnitzer von Larven, oft nach historischen Vorbildern,
bis heute in Erinnerung geblieben.
Leonhard Weber
Zimmermann und Original seiner Zeit, geb. 22.03.1869, verst. 21.04.1940 in Hindelang
Den
Beinamen „Leineweabar“ (Leineweber) gab er sich selber, um sich vom gepflegten Adlerwirt, der „der
Seidenweber“ genannt wurde zu unterscheiden. Weber war ein schlagfertiger und schlauer Witzbold. Im
Jahr 1917 erwarb er ein Haus in Bad Oberdorf. Er war beim Straßenbau und auf den Alpen beschäftigt,
wobei er stets seine „Wasserwaage“ (Schnapsflasche) in der Nähe hatte. Wegen seiner Possen hatte er
des Öfteren Kontakt mit der „Schützenstraße“, dem Amtsgericht in Sonthofen.
Thomas Wechs
Architekt, geb. 6.3.1893 in Bad Oberdorf, verst. 21.7.1970 in Augsburg.
Thomas Wechs
studierte vor und nach dem 1. Weltkrieg Architektur an der Technischen Hochschule in München. Nach
einer Anstellung bei der Oberpostdirektion Augsburg, wo er an zahlreichen Postbauten mitwirkte,
machte er sich 1922 als freischaffender Architekt selbständig. Der „Schuberthof“ und der
„Lessinghof“ in Augsburg sind die ersten modernen Wohnblocks in Bayern, die Wechs errichtet. Als
Städteplaner, besonders jedoch als Kirchenbaumeister hat Thomas Wechs sich ein Renommee geschaffen,
das ihn als Architekten weit über Bayern hinaus bekannt machte. Nach seinen Plänen entstand die
Katholisches Filialkirche in Bad Oberdorf „Unsere liebe Frau im Ostrachtal“, die Liebfrauenkirche.
Willi Wechs
Bergführer und Schriftsteller, geb.13.7.1901 in Hindelang, verst. 8.02.1984 in
Hindelang.
Der wohl berühmteste und beste Bergsteiger unserer Region wuchs in einfachen
Verhältnissen als Hirtenbub auf, wurde später Nagelschmied und Holzer. Als Bergführer hat er rund
2.000 Gipfelführungen vom Watzmann bis zu den Westalpen unfallfrei absolviert, davon – teils im
Winter – 20 Erstbegehungen. Bei 160 Einsätzen zeichnete sich Willi Wechs zudem als Bergretter aus.
Bei einer Bergrettung erlitt er einen Lawinenunfall, der ihn zum Vollinvaliden machte. Wechs
schrieb eine Reihe Alpiner Sachbücher und Erinnerungsbücher. Für einen patentierten Langlauf- und
Wanderski erhielt Willi Wechs 1964 eine Bronze-Medaille auf der Brüsseler Erfindermesse.
Ela Werner
Malerin und Lyrikerin, geb. 21.10.1915 in Gleiwitz / Oberschlesien, verst. am
05.07.2010
Nach abenteuerlicher Flucht und Vertreibung aus der Heimat, fand Ela Werner mit
Ihrem Ehemann Heinz-Joachim Werner und ihrem Sohn 1949 in Hindelang ein neues Zuhause. Hier
begegnete Sie dem bedeutenden Expressionisten Walter Jacob, der Ihr Mentor und nach dem Tode Ihres
Mannes auch Weggefährte und Partner wurde. An seiner Seite entwickelte Ela Werner in Ihren Bildern
eine eigene Farb- und Formensprache. Bald fand sich ein großer Kreis von Liebhabern ihres
künstleri-schen Schaffens. Insbesondere Ihre Portraits und Ihre figürlichen Darstellungen finden
weit über das Ostrachtal Beachtung.Eine weitere Facette Ihrer reichen Kreativität ist Ihre
Tätigkeit als Erzählerin und Lyrikerin. In diversen Büchern und Veröffentlichungen erzählt Sie von
Ihrem Schicksal und verdichtet in philosophischen Betrachtungen die auf Ihrem Lebensweg gemachten
Erfahrungen in beeindruckenden Schriften.
Max Zillibiller
Bürgermeister, MdL., geb. 7.12.1896 und verst. 17.11.1970 in Hindelang
Max Zillibiller wurde
1945 von der französischen Besatzungsmacht als Bürgermeister von Hindelang eingesetzt. Aufgrund
seines persönlichen Einsatzes in schwerer Zeit wie seiner Integrität wurde Zillibiller ebenfalls
1945 in den 1. Bayerischen Landtag berufen. Im Verlauf von vier Legislaturperioden war er in allen
wichtigen Ausschüssen vertreten. Er war viele Jahre Vorsitzender des Rundfunkrats, Mitglied im
Kreistag des Landkreis Sonthofen sowie Aufsichtsrat des Sozialwirtschaftswerk Sonthofen. An seinem
70. Geburtstag 1966 wurde Max Zillibiller für seine vielfältigen Verdienste die Ehrenbürgerwürde
des Marktes Hindelang verliehen

Blanka Zettler
Mundartdichterin, geb. 14.9.1923 in Hinterstein, verst. im März 2002.
Die Eltern, Leopold
und Josefa Wechs, besaßen einen kleinen Krämerladen und eine kleine Landwirtschaft. Nach der Schule
war Blanka Zettler 12 Jahre in der Telefonvermittlung der Hintersteiner Post tätig. 1955 heiratete
sie den Schreiner Xaver Zettler aus Hinterstein. Bereits in der Schulzeit begann sie Geburtstags-
und Hochzeitsversle zu schreiben. Später kamen lustige Gedichte über Kinder, besondere
Begebenheiten und Geschichten aus dem Leben hinzu. 1978 erschien das kleine Buch „‘S Leabe ischt a
Lotterkare“. Es folgten 1987 „Ibre Schwellar“ und 1994 „Kirbe dô und det“. Einige ihrer Texte
wurden zu Liedern vertont, die bekanntesten sind „D' Winterzit“, „‘s herbschtelet“ und „D'r
Lenzeg“. 1990 schrieb sie eine Heimatgeschichte als Theaterstück: „D'Winkl-Kirbe“, 1998 einen
weiteren Dreiakter: „Weagmachars Leidwease“. Sie hatte eine gute Verbindung zum Hintersteiner
Bauerntheater und sorgte dafür, dass im Dialekt gespielt wurde. 1992 wurde sie mit dem Kulturpreis
des Landkreises Oberallgäu ausgezeichnet.
Berühmte Persönlichkeiten, die allerdings nur wenige Jahre in Hindelang lebten oder hier wiederholt Urlaub machten.
Josef Bernhart – Katholischer Theologe
die Grafen Fugger - Kaufleute
Reinhard Gehlen – 1.
Präsident des BND
Götz George – Schauspieler
Gerhard Hauptmann – Schriftsteller
Heino
(Heinz Georg Kramm) – Sänger
Heintje (Hendrik Simons) – Sänger
Heidi Kabel –
Schauspielerin
Max Kruse – Kinderbuchautor
Christian Modersohn - Maler
Otto Modersohn –
Maler
Modersohn-Breling, Louise - Malerin
Erich Ollenhauer – ehem. Vorsitzender der
SPD
Eugen Prinz von Bayern
Konrad Prinz von Bayern
Prinzregent Luitpold
Henry Vaal –
Schauspieler
Wernher von Braun – Raumfahrtpionier
Kurfürst Clemens Wenzeslaus
Konrad Zuse
– Erfinder des Computers





















